Jahresbericht 2023
Berlin, im März 2024
Liebe Mitglieder, liebe Freunde, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer!
Auch in diesem Jahr konnten wir dank der vielen kleinen und großen Spenden die therapeutische Arbeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Charité vielfältig unterstützen. Wir sind den vielen unterschiedlichen Spender:innen außerordentlich dankbar!
Ein besonderer Dank gilt der Lichterloh-Stiftung von Marius Müller-Westernhagen, die uns so großzügig bedacht haben, sowie der Arbeitsgemeinschaft für wissenschaftliche Psychotherapie Berlin (AWP), die uns die Einnahmen ihrer Adventsspendenaktion zukommen ließen.
Unser Dank gilt auch den vielen Kolleg:innen, die sich insbesondere für die Weiterentwicklung und Verbreitung der Familienbasierten Therapie für Kinder und Jugendliche mit Essstörungen (FBT) eingesetzt haben. Und ein besonderer Dank gilt auch wieder den Familien unserer Patient:innen, die uns nach der Behandlung ihrer Kinder ihren Dank mit Spenden ausdrückten, was den zukünftigen Patient:innen zugute kommt.
Wie in den letzten Jahren sahen wir auch in 2023 unsere Hauptaufgabe in der Ermöglichung kultureller Außenaktivitäten, kreativer, sportlicher und künstlerischer Projekte Inhouse, sowie in der Unterstützung der therapeutischen Behandlung der Kinder und Jugendlichen mit Therapie- Spiel- und Sportmaterial, Ausstattungsgegenständen, Bastelmaterial etc.. So konnten wir dazu beitragen, dass die Behandlungen in einem lebendig gestalteten Milieu mit vielfältigen Anregungen und Entfaltungsmöglichkeiten eingebettet waren (1):
Zudem förderten wir anteilig Fortbildungsmaßnahmen für eine Mitarbeitende der Klinik (2) und Forschungsprojekte insbesondere das FBT-Projekt mithilfe der zahlreichen zweckgebundenen Spenden von Institutionen, Berufskolleg:innen wie auch Privatpersonen – oftmals Familien betroffener Kinder und Jugendlicher (3).
- (1) Ausgaben, die den Patient:innen direkt zugutekamen:
Projekte
- Regelmäßges Bouldern für Patient:innen der Tagesklinik und der Jugendlichenstation
- Regelmäßige Workshops in der Stiftung Domäne Dahlem Landgut für die Kinder der Kinderstation
- Aktive Gruppen/Müsligruppen der S31 (Jugendlichenstation) und S22 (Kinderstation) für Essstörungspatient:innen
- Lama-Therapie für S22 und T22
Ferienprogramm
- Workshops:
In den Schulferien (Oster-, Sommer- und Herbstferien) konnten wir Künstler:innen und andere Freischaffende einladen, die Tanz- Kunst-, Glasbläser-, Band- Naturtageprojekte und mehrere Theaterworkshops für Patient:innen der drei Stationen anboten. Wir danken Friederike Fischer, Finja Wrocklage, Christoph Schulenberger, Wiebke Storkan, Elisa Kallaus, Malin Weidenbusch, Anna Miethe, Sarah Gascoin, Leona Heine und Berlin Glas e.V. für ihr Engagement.
In der Vorstandssitzung vom 10.4.23 haben wir einstimmig beschlossen die Honorare der externen Workshopleiter:innen von 30 € auf 35 € pro Stunde anzuheben. Daher haben wir in diesem Jahr mehr ausgegeben für die Ferienprojekte als in den Vorjahren.
- Ausflüge:
In allen Schulferien gab es zahlreiche Stationsausflüge: Schwimmbad, Bowling, Jumphouse, Planetarium, Musiktheater, Kino- und Museumsbesuche (Medizinhistorisches Museum, Futurium), Minigolf, Hochseilgarten.
Therapiematerial, Spiele, Skills, Ausstattung etc..
- neue Spiele für die Stationen, therapeutische Spiele und Bastelmaterial
- Weihnachtsdekoration und kleine Weihnachtsgeschenke für alle Patient:innen
- Materialien für den alljährlichen Basar
- eine Sammlung neuer Skills, die bei starken Anspannungszuständen zum Einsatz kommen.
- Yogamatten für die Entspannungsgruppen
- Material für die Kunsttherapie
- Hufschuhe für das Therapiepferd der T22
- Materialien zur Balkon- und Terrassengestaltung
- Keyboard für eine Patientin, die nach der Tagesklinikbehandlung in eine therapeutische Wohneinrichtung ging
- Taxifahrten zu mehreren EKT-Behandlungen einer Patientin am Campus Benjamin Franklin bzw. Taxifahrten zu heilpädagogischen Einrichtungen in Begleitung unseres Sozialdienstes
- (2.) Finanzierung von Fortbildungen für Mitarbeiter:innen und Öffentlichkeitsarbeit
Fort- und Weiterbildung:
In der Vorstandssitzung vom 23.8.23 fassten wir einstimmig folgenden Beschluss zur Finanzierung von Fortbildungen und Weiterbildungen für Mitarbeitende:
„Entscheidet sich der Vorstand des Fördervereins einen Förderungsantrag zu genehmigen, gilt folgendes:
- Der Förderverein unterstützt maximal 50% der Weiterbildungskosten, es sei denn, es liegt ein nachweisbarer Härtefall vor,
- Die Bezahlung der Summe durch den Förderverein ist an Bleibezeiten an der Abteilung nach Abschluss der Weiterbildung gebunden, die ab sofort kostengebunden sind, also für jede 1000 € Förderung muss ein Jahr an der Abteilung weitergearbeitet und die erworbene Kompetenz eingesetzt werden; wenn früher ausgeschieden wird, muss der Restbetrag in 6-Monats-Einheiten (=500 €) zurückgezahlt werden (also z.B. 2500 € Förderung bedeutet: 2.5 Jahre an der Abteilung nach Abschluss der Weiterbildung verbeiben. Scheidet man nach 2 Jahren aus, müssen 500 € zurückgezahlt werden, scheidet man schon nach einem Jahr aus, müssen 1.500 € zurückgezahlt werden, usw.“ Im Jahr 2023 begannen wir nach diesen Richtlinien die Weiterbildung einer Kollegin des Pflege- und erziehungsdienstes zur DBT-A-Therapeutin zu 50% zu fördern.
Öffentlichkeitsarbeit:
- Teilfinanzierung eines (Lehr)-filmprojekts der GIF-Sprechstunde im Hause zum Thema Trans*Elternschaft
- Förderung der Vortragstätigkeiten zum Thema FBT
- Unterstützung des Essstörungsforums
- Förderung zweier FBT-Workshops. FBT= Familienbasierte Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Essstörungen. (Vorträge, Supervisionen, Fortbildungen) Workshop im Februar 2023, Workshop im November 2023
- Aktualisierung Programmierung Website
- (3.) Finanzierung von Forschungsvorhaben in der Kinder- und Jugendpsychiatrie
- FBT-Forschung: Mittelabruf zweckgebundener Spenden der letzten beiden Jahre; Transfer auf das Charité-Konto
- Auslagen für FBT
Damit wir unsere jungen Patient:innen weiterhin so großzügig in ihrer Entwicklung unterstützen können, sind wir auch in 2024 auf Ihre finanzielle Unterstützung angewiesen! Sie können auch zweckgebunden spenden, wenn Ihnen das eine oder andere Projekt besonders am Herzen liegt. So tragen Sie wieder dazu bei, dass unsere Patient:innen während Ihrer Behandlung bei uns unvergessliche Erfahrungen in der Gruppe machen können, die ihnen Selbstvertrauen, Kraft und Hoffnung schenken.
Vielen Dank dafür!
Mit den besten Wünschen für das Jahr 2024 grüßt Sie herzlich
für das Vorstandsteam
Prof. Dr. med. Christoph U. Correll Christine Ehrlich
Klinikdirektor, 1. Vorsitzender Schriftführerin
Leitbild
Unser Engagement im gemeinnützigen Berliner Förderverein für psychisch kranke Kinder & Jugendliche e.V. zielt darauf ab, Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen und deren Familien konkret zu unterstützen und direkt sowie indirekt die Versorgung und Behandlung psychisch kranker junger Menschen zu verbessern. Dabei ist es uns wichtig, der Komplexität der Ursachen und Wirkungen psychischer Erkrankungen gerecht zu werden und das Entwicklungspotenzial des Individuums und seines Umfelds zu stärken. Wir möchten offen sein der Verschiedenartigkeit von Menschen und ihren Lösungsansätzen gegenüber und mit unseren Aktivitäten der Diskriminierung sowie Stigmatisierung psychisch erkrankter Menschen entgegenwirken.
Wissenschaft statt Ideologie
Am 25. und 26.11.2021 haben wir zwei Spenden in der Höhe von insgesamt 1100 Euro erhalten aus einer Twitteraktion mit folgendem Text:
„#Durchseuchen jetzt. Wer Angst hat soll sich bitte zu Hause einschließen bis es vorbei ist. Je Retweet und like spende ich 1€ MIT NACHWEIS dem Berliner Förderverein für psychisch kranke Kinder. Bis 1000€ habe ich Luft. Geht´s los?“
Wir distanzieren uns ausdrücklich von diesen Inhalten. Wir haben diese Aktion weder initiiert noch unterstützen wir sie. Der Berliner Förderverein für psychisch kranke Kinder und Jugendliche e.V. lässt sich nicht für ideologische oder politische Zwecke instrumentalisieren.
Nach Diskussion im Vorstand und mit unseren Mitgliedern haben wir entschieden, die Spendensumme in ein Forschungsprojekt fließen zu lassen, das die Auswirkungen der Covid19 Pandemie auf die körperliche und seelische Verfassung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland untersucht (www.coh-fit.com).